Mitarbeitendengesundheit_neu

Um einen Überblick der aktuellen Gesundheitslage aller Berufsbranchen zu bekommen, wird ein alljährlicher Gesundheitsbericht der Kostenträger veröffentlicht. In den folgenden Abbildungen haben wir für Sie die wichtigsten Daten zusammengefasst.

Um Fehltagen und einem Arbeitsausfall entgegenzuwirken, sollten nicht nur die Symptome, sondern vor allem die Ursachen einer Krankheit adressiert und behoben werden. Ein Beispiel findet sich in den häufig vorkommenden Rückenbeschwerden, die häufig in Form von Reha-Angeboten kurzfristig minimiert werden. Für einen langfristigen Erfolg muss die Rückenmuskulatur regelmäßig trainiert werden.
Expertenkommissionen schätzen, dass die Ausfallzeiten durch Muskel-Skelett-Beschwerden im Zeichen des demografischen Wandels einen drastischen Anstieg in den kommenden Jahren erfahren werden. Mit 25 % sind die Krankheiten des Muskel-Skelettsystems bereits die häufigste Krankheitsursache der letzten Jahre.

Häufigste Krankheitsursachen

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Im bundesweiten Vergleich fällt jeder Arbeitnehmer im Schnitt 13 Tage p.a. aufgrund krankheitsbedingter Folgen im Beruf aus. Ein Krankheitstag wird durch Experten mit 400 EUR beziffert (Roland Berger Consulting, 2010). Diese Verluste werden in der Bilanz nur indirekt wiedergegeben. Für Branchen, die eine primär sitzende Tätigkeit aufweisen, zeigt sich, dass die Quote der krankheitsbedingten Ausfälle zum Teil höher liegt. Diese Schwankungen können betriebsinterne oder branchenspezifische Gründe haben und müssen individuell betrachtet werden.

Ein niedriger Krankenstand bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Folgekosten gering sind. Betriebliche Auswirkungen auf, z.B., das Auftragsmanagement übersteigen durch Präsentismus die o.g. 400 EUR um ein Vielfaches. Präsentismus wird bisher nur in den neuesten wissenschaftlichen Studien berücksichtigt.

AU-Tage nach Branche

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Präsentismus

Präsentismus bezeichnet das Phänomen trotz Krankheit zur Arbeit zu gehen. Arbeitsprozesse werden hier im besonderen Maße verzögert. Aufgaben, die vom kranken Kollegen ausgeführt werden müssten, können verzögert werden, so dass mehrere Prozesse beeinflusst werden.  Anders als bei einem AU-Tag gibt es hier keine effektive Ersatzregelung, durch die eingespielte Prozesse weniger blockiert werden. Der kranke aber präsente Mitarbeiter wird von allen Beteiligten als anwesend und leistungsfähig wahrgenommen und es besteht ein Erwartungswert, dass Aufgaben im gewohnten Maße erledigt werden – dies ist bei Anwesenheit trotz Krankheit de facto nicht der Fall.

Kosten p.a. pro Mitarbeiter mit chronischer Krankheit

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